aus der IZ vom 27.07.2016:

 

Rosen für den Rektor

Hans Gutter, Direktor der Johannes-von-La Salle-Realschule Illertissen, geht nach 40 Jahren in den Ruhestand. Seine Schüler machen ihm zum Abschied ein besonderes Geschenk. Von Ursula Katharina Balken

 

Das Adieu seiner Schüler war besonders herzlich: Zum Abschied hatten die Buben und Mädchen der Johannes-von-La Salle-Realschule Illertissen Schuldirektor Hans Gutter einen Film zusammengestellt. Im „Gutter Movie“ wurde sichtbar, wie der Lehrer aus Leidenschaft seinen Alltag gestaltet hat. Und es wurde deutlich, dass der Schulleiter nur schweren Herzens seinen Platz in der Realschule aufgibt.

Bei der Verabschiedung des Direktors gab es zahlreiche Reden, die alle mit Dankesworten zum Ausdruck brachten, welch guter und erfolgreicher Schulleiter er gewesen ist. Konrektorin Roswitha Nodin sah sich in der Aula des Kollegs einer beachtlich großen Gästeschar gegenüber, deren Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Schulen sie willkommen hieß. Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen hob das erfolgreiche Wirken Gutters nicht nur für die Schule, sondern für die gesamte Stadt hervor. Er habe jungen Menschen auf den Weg ins Leben geholfen. „Direktor Hans Gutter war ein Fürsprecher für die Kinder.“

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Landrat Thorsten Freudenberger sagte, Hans Gutter war Lehrer aus Leidenschaft und habe im besten Sinne die Schule gestaltet, nicht nur als Pädagoge, sondern auch als Christ. Auch habe er seine Neigung zur Musik in das schulische Leben mit eingebracht.

Bundestagsabgeordnete Katrin Albsteiger sagte, Hans Gutter habe „Generationen von Schülern in die Welt geführt.“ Für sie zählte aber besonders Gutters Gabe, das Herz der jungen Menschen zu bilden. Auch habe er der Schule ein musisches Profil gegeben. Peter Kosak, Direktor des Schulwerkes Augsburg, gab zu, er müsse zwar jetzt einen Schulleiter verabschieden, tue es aber höchst ungern. „Er war ein sehr menschlicher Chef.“ Immer habe er Zeit für Gespräche gehabt. Besonders die „hierarchiefreie Kommunikation“ haben Gutter und die Kollegen sehr geschätzt. Für die Leitung der Schule im Sinne des Schulwerks dankte Kosak besonders. Im Auftrag der Ministerialbeauftragten trat Sabine Hüfner ans Mikrofon. „Mit Hans Gutter geht eine Ära zu Ende.“ Er sei ein Alleskönner gewesen, Schulleiter mit Managerqualitäten. Mit seiner unaufgeregten Art habe er stets bescheiden eher im Hintergrund gestanden. „Danke für die gute Zusammenarbeit“, schloss Hüfner.

Bruder Paul Kaiser, Vizeprovinzial der Schulbrüder, Provinz Zentraleuropa, war dankbar, dass Gutter die Schule im Sinne von Johannes von La Salle geführt habe. Gutter habe Werte wie Respekt vor jedem Menschen, Gemeinschaft, Qualität und Solidarität vorgelebt. Auch Elternbeiratsvorsitzende Christine Stürzel bekannte, man lasse den Schulleiter „nur ungern ziehen“. Gutter sei es wichtig gewesen, dass jedes Kind die Schule mit einem guten Zeugnis verlassen konnte.

Viktoria Würfel, Max Scheu und Tamara Wohlhöfer, Schülervertretung und Klassensprecher, dankten dem scheidenden Schulleiter. Sie selbst wissen, wie sie sagten, wie sich Abschied anfühle – waren sie doch vor gut einer Woche als Absolventen selbst entlassen worden. Marlies Hermann sprach für die Mitarbeiter und dankte dafür, dass die Türe in der Schule bei Hans Gutter immer für alle offen stand. Ihm sei es ein Anliegen gewesen, ein gutes Verhältnis zu den Eltern zu haben.

Das letzte Wort hatte Hans Gutter selbst. Bei der Fülle des ausgeschütteten Lobes sei er doch ins Grübeln gekommen. Aber das Lob würde er gerne weitergeben an das Kollegium. Für ihn war Lehrer zu sein keine Pflicht, sondern Freude. Gutter widmete sich mit Dankesworten an jeden Sprecher, aber auch an seine Familie. Denn Ehefrau Caroline habe ihm stets den Rücken frei gehalten und sorgsam über seinen Terminkalender gewacht.

Den endgültigen Abschied vollzog dann der Direktor des Schulwerkes Bayern, Andreas Hartzung, der Gutter die Ruhestandsurkunde übergab, verbunden mit einer Nadel, weil er sich als Lehrer und Schulleiter große Verdienste erworben habe. Der Lehrerchor setzte dann akustisch mit „Tschüss, mach’s gut, Hans“ den Schlusspunkt.

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aus der IZ vom 07.07.2016:

Ein Lehrer aus Leidenschaft geht in Pension

Hans Gutter, Leiter der Illertisser Realschule, scheidet nach 40 Berufsjahren aus dem Amt.
Von Ursula Katharina Balken

 

Seine Augen blitzen hinter den Brillengläsern, sein offenes Lachen signalisiert herzliches Willkommen, freundliche Worte zum Empfang – so tritt Hans Gutter, Direktor der Johannes-von-La Salle Realschule Illertissen, seinen Besuchern entgegen. Im Augenblick sind es eine ganze Reihe. Sie kommen, um sich zu verabschieden, weil nach 40 Jahren, davon 17 als Leiter der Illertisser Schule, Gutter in den Ruhestand geht. Offiziell findet die Verabschiedung am Dienstag, 26. Juli statt. Aber so mancher, ob ehemaliger Lehrer oder Schüler, wollen dem „Direx“ persönlich ade sagen.

Ein wenig nachdenklich sitzt Gutter auf dem Stuhl am Computer und schaut durchs Fenster ins Freie. Nein, leichten Herzens geht er nicht, dann lächelt er und sagt: „Natürlich tut’s weh, das wäre ja noch schöner, wenn es nicht so wäre.“ Der jetzt 65-Jährige war mit Leidenschaft Lehrer. „Man muss für eine Sache brennen, das merken die Schüler. Junge Leute haben ein feines Gespür dafür, wie sehr jemand hinter einer Sache steht.“

Wenn Lehrer auch so eine Art Familienberuf war – Vater Lehrer, Mutter Lehrerin, die vier Geschwister Lehrer – so stand nicht von Anfang an fest, dass Hans Gutter ihnen nacheifern würde. Nach dem Abitur am Neu-Ulmer-Gymnasium dachte er zunächst an ein Studium der Chemie, Medizin oder Biologie. Er studierte in Karlsruhe, Ulm und schließlich in München, wo dann der Gedanke reifte, Lehrer an einer weiterführenden Schule zu werden. Staatsexamen 1975, Referendariat in Bad Kissingen.

Dort fasste Gutter einen Entschluss, der sein späteres Wirken erheblich beeinflussen sollte. Die Vöhringer können buchstäblich ein Lied davon singen. Er hatte bereits vorher eine Chorleiterprüfung abgelegt und spielte seit 18 Jahren Klavier. „Ich habe bis zu zwölf Stunden täglich geübt.“ Akribisch, wie er betont. Seine Tante war seine Lehrerin. Aber die eiserne Disziplin lohnte sich. Er legte das Staatsexamen in Musik ab. So ganz nebenbei erwähnt er: Sechs waren zur Abschlussprüfung angemeldet, drei kamen durch. Unter ihnen Hans Gutter. Das eröffnete ihm ein völlig neues Aufgabenfeld, wenn auch erst später, als er Dirigent des Liederkranz Vöhringen wurde und Produktionen auf die Bühne brachte wie „Cats“, „Bonjour Paris“ unter anderem auch das Musical „Die zehn Gebote.“

Wenn Hans Gutter rückblickend berichtet, war es eine „erfüllte Zeit, Lehrer zu sein“. An seine Stationen in Pfuhl, Amberg, Thannhausen und Weißenhorn, wo er 20 Jahre war, denkt er gerne zurück. Aber auch daran, „dass der Beruf zu 99 Prozent Freude gemacht hat. Das liegt wohl daran, dass ich sage, Lehrer zu sein ist nicht einfach ein Job, das ist Berufung“. Als Lehrer hat er sich als „Ersatzpapa“ für seine Schüler gefühlt. Es gab schulische und außerschulische Probleme. Wenn man die bei einem Schüler bemerkt habe, dann widmete man sich dem, „ohne Rücksicht auf zeitlichen Aufwand“. Wer Gutter kennt, weiß, dass er sich jetzt nicht selbst einen Lorbeerkranz umhängt. Es mache einen glücklich, wenn ein Schüler, der nicht immer mit den besten Noten glänzen konnte, eine gute berufliche Karriere hinlegte. Das sei dann Befriedigung und freue einen tief innerlich. Als Beispiel nennt er eine Schülerin, die nur mit mittelprächtigen Noten glänzen konnte. Damit hatte sie aber keine Chance, Krankenschwester zu werden. Das Glück kam dem Mädchen zur Hilfe. Sie durfte lernen und schloss mit der Bestnote ihre Ausbildung als Krankenpflegerin ab.

Mit dem Kollegium hatte Gutter nie Schwierigkeiten. Er versteht sich in einer „Führungsrunde“ von fünf Lehrern als Moderator oder auch Koordinator. Und dann zieht Gutter mit seinem trockenen Humor einen trefflichen Spruch aus dem Ärmel, „Jesus hat den Jüngern die Füße gewaschen, nicht den Kopf. Der Spruch stammt nicht von mir, aber ich finde ihn gut.“

Heute Lehrer zu sein, bedeutet auch in vielerlei Hinsicht Erzieher. „Denn zu Hause haben die Eltern wegen beruflichen Aufwandes oft nicht die Zeit, sich ihren Kindern ausreichend zu widmen. Das bringt dem Lehrer eine Mehrbelastung.“ Das müsse man so sehen.

Gutter pflegt einen moderaten Ton. Aber er kann auch anders. Wenn ihm im Vöhringer Stadtrat, in dem er seit vielen Jahren vertreten ist, etwas nicht passt, bekommt sein Ton schneidende Schärfe und man muss sich dann gut überlegen, ob man parieren will.

War er ein beliebter Lehrer? Ein verschmitztes Lächeln gleitet über sein Gesicht. „In meinem Chor singen Schülerinnen von mir.“ Das spricht für sich.

Ja, Gutter scheidet mit Wehmut und macht auch gar keinen Hehl daraus. Aber nicht weil er nicht loslassen kann, sondern weil er schlicht seinen Beruf liebt.

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