Fairtrade AG

Schulaktion im Rahmen der "Fairen Woche"

Zum Abschluss unserer Verkaufsaktion fair gehandelter Produkte während der „Fairen Woche“ fanden am 30.9.2016 in der 5. und 6. Stunde zeitgleich zwei besondere Aktionen statt. Daran nahmen alle Schüler der 7. Klassen, die Klasse 8b sowie alle Mitglieder der Schülerfirma und Fairtrade AG teil.

Als Referentin von „Fairtrade Deutschland“ begrüßte Frau Krojer die Schülerinnen zu einem Vortrag in der Aula. Dabei berichtete sie, dass sie selbst bereits mit 14 Jahren mit ihrem Engagement für den fairen Handel begonnen hat. Ausschlaggebend dafür waren die offensichtlich ungleichen Lebensbedingungen auf den beiden Hälften der Erde. So könne man es dem benachteiligten Teil der Weltbevölkerung, der zum Teil mit einem Tagesverdienst von 1,90 € pro Person zurecht kommen muss, nicht verdenken, dass Menschen von dort unter schwersten und teils lebensgefährlichen Bedingungen ihr Heimatland verlassen.

Einen Ausweg aus dieser Misere kann der faire Handel bieten, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt statt des Profits. Frau Krojer zeigte daraufhin den Schülerinnen ihre Einflussmöglichkeiten durch ein gezieltes Kaufverhalten auf. Anschließend informierte sie über die Kriterien des fairen Handels: Dazu gehören stabile Mindestpreise, langfristige Verträge ebenso wie ein Verbot der Ausbeutung von Kindern durch Kinderarbeit. Mit den erzielten Prämiengeldern werden Schulen oder Brunnen gebaut. Wichtig ist auch die Einhaltung von Umweltstandards bei der Produktion.

Anschließend zeigte sie den Schülerinnen anhand eines Videoclips die aktuelle Problematik bei der Gewinnung von Rohstoffen für Handys auf, bei denen häufig Kindern unter unmenschlichen Bedingungen in Mienen arbeiten. Erstaunt erfuhren die Schülerinnen, dass es als Alternative auch fair hergestellte Smartphones gibt.

Schließlich erläuterte sie den Zuhörern die Folgen des „Fast Fashion“, das auf billigst hergestellte Kleidung setzt. Die rund 30 Millionen Arbeiter in der Textilindustrie, zu etwa 90 % Frauen, werden immer wieder Opfer von Unfällen. Der anschließende Filmclip veranschaulichte die Arbeitssituation in der traditionellen Textilindustrie sowie die negativen Auswirkungen auf die Umwelt. Auch hierbei stellt die faire Produktion eine Alternative dar. Verschiedene Textilien aus fairer Produktion lagen zum Anschauen bereit.

Im Anschluss an den Vortrag begaben sich die Schüler in zwei Klassenzimmern, in denen jeweils ein „Rundum Fair Parcours“ aufgebaut war. Eine Gruppe beschäftigte sich zunächst mit der Jeans Produktion und untersuchte dabei die Folgen der traditionellen Jeansherstellung für die Umwelt. Dabei konnten sie z. B. den Verdienst eines Arbeiters errechnen, der bei 0,48 € pro Jeans liegt. Die andere Gruppe befasste sich noch einmal mit der Herstellung der Handys. Die praktischen Anschauungsmaterialien ermöglichten einen Einblick in das Innenleben eines Handys und die vielfältigen Rohstoffe, die dabei verwendet werden. Die Schüler erfuhren, wo und unter welchen Bedingungen diese gefördert werden. Am Schluss stand die Frage, wie man die Situation verbessern kann.